Die Feenrückholung

Die Feenmesse

Die Feenmesse – das Ritual

Die Feenmesse ist ein schamanisches Ritual, bei dem Lorien (das Elbenland aus dem Herrn der Ringe) tatsächlich zurückkehrt. An dem Ort, wo sie stattfindet, wird ein Tor zum Reich der Naturgeister, der Feen, Elfen, Kobolde, Zwerge, Trolle und wie sie alle heißen, geöffnet, und die zur Zeit voneinander getrennten Welten vermischen sich für einige Zeit.

Zuerst aber wird von mir der Platz, wo die Feenmesse gefeiert werden soll, überprüft und ggf. gereinigt. Wichtig ist, die Ortsgeister zu fragen, ob sie überhaupt wollen, dass hier ritualisiert wird. Wenn keine klare Antwort oder ein Nein kommt, dann wird die Feenmesse dort auch nicht stattfinden.

Kommt ein Ja, dann wird der Platz geweiht. Ein Altar für die Naturgeister wird errichtet, später werden die Teilnehmer des Rituals dort kleine Geschenke für „das Volk“ ablegen. Manchmal öffne ich ein Tor, das zu Anfang der Feenmesse von den Teilnehmenden durchschritten wird. Der Platz selber ist dann das Feenreich, das heißt: während der Messe selber sind wir alle in der „Anderswelt“.

Als nächstes erzähle ich die Geschichte der Feenmesse, wie sie entstand, was sie für einen Sinn hat und wie sie ablaufen wird. Ich halte mich dabei eher kurz und rede höchstens eine halbe Stunde, weil das Ritual für sich selber spricht und ich es für besser halte, die Aufmerksamkeit der Leute nicht allzu sehr zu strapazieren. Dann gebe ich das Zeichen an die anwesenden Trommler, und die eigentliche Messe beginnt. Ich lege nach und nach eine Kette, einen Umhang und schließlich eine Krone an, und dabei tritt der alltägliche Matthias Riemerschmid zurück, um sich so weit zu verändern, dass er einer von „Ihnen“ ist. Das passiert meist fließend – oft spüre ich schon beim Anlegen des Mantels eine Veränderung, aber der entscheidende Schritt ist das Aufsetzen der Krone.

 

 

Einheit zwischen Feen und Menschen

Meist kurz vor dem Aufsetzen der Krone, wenn die Energie schon „steigt“, gebe ich ein Zeichen, dass die Teilnehmer nun einzeln vor den Altar treten und ihre Geschenke darbringen können. Das sind Steinchen, Kekse, Whisky, kleine Federn und ähnliches. Das kann jeder halten wie er es für richtig findet, man kann dabei laut zu den Feen sprechen, man kann sich still verbeugen, man kann singen oder man kann einfach eine Weile vor dem Altar stehen. Eines ist wichtig: die Feenmesse hat zwar ein paar Fixpunkte im Ritualverlauf, aber vieles kann und soll auch spontan, aus dem Bauch heraus und „aus Spaß an der Freud“ stattfinden. Eine bierernste Feenmesse ist „nix Gscheits“

Wenn alle ihre Geschenke dargebracht haben, dann bin „ich“ am Zug und verteile im Gegenzug Geschenke der Feen an die anwesenden Menschen. Das kann eine Heilbehandlung sein, das kann ein ausführliches Betrachten des Gegenübers sein, das können aber auch Possen und Scherze sein, um die Leute zum Lachen zu bringen. Manchmal kommen auch direkte Anweisungen, symbolische Handlungen oder Gesänge. Ich selber weiß das nie im Voraus und kann nicht genau sagen, was geschehen wird. Wichtig ist hierbei: Teilnehmer können auch eine Behandlung verweigern und dies durch eine Geste signalisieren. Mein alltäglicher Anteil ist immer noch so weit präsent, um das mit zu bekommen.

Nicht nur „ich“ arbeite, denn so wie ich es wahrnehme, ist dann das gesamte „Volk“ aus der Nähe dabei und schafft mit. Was für mich immer beeindruckend ist: viele schamanische Rituale haben in der Regel eine Aura von Ernsthaftigkeit und Andacht á la „Oh, dieses und jenes große Geistwesen kommt, wir müssen jetzt andächtig und total spirituell sein!“, aber bei der Feenmesse ist es anders. Zwar hat sie auch diese Komponente, aber gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass so nebenbei eine dicke Party steigt und sich das „Volk“ wahrlich königlich amüsiert. Beides – diese unbändige Freude, der „Bliss“ (Wonne, man denke an die Rune Wunjo) und die Ernsthaftigkeit laufen während der „Feenzeit“ widerspruchsfrei nebeneinander her und verquicken einander sogar. Ich nenne es den „paradiesischen Urzustand“ und habe dabei selber das Gefühl, alle geistigen „Korsette“ der Menschenwelt abgelegt zu haben und frei zu sein. Eigentlich will ich gar nicht mehr aus diesem Zustand zurück.

Irgendwann „fällt“ die Energie wieder und ebbt ab, und ich lege nach und nach Krone, Umhang und Kette ab und löse das Ritual langsam auf. Die Geschenke an die Naturgeister werden, wenn möglich, in der Natur gelassen. Ein anschließendes Essen erdet die Teilnehmer und holt sie wieder in den Alltag zurück. Ich selber bin meistens danach für einige Stunden ein wenig „out of order“ und habe mir angewöhnt, direkt danach herzhaft zu essen und zu trinken. Danach stehe ich dann für Fragen und Rückmeldungen zur Verfügung.

Die Feenrückholung kann – je nach Teilnehmerzahl – von einer bis zu mehreren Stunden dauern. Auch das ist schwer vorhersagbar.

Das Ritual ist im Grunde für jeden geeignet, der zumindest offen für ein schamanisches bzw. animistisches Weltbild und willens ist, einem Ritual dieser Art beizuwohnen. Die Feenmesse ist „offen“, das heißt, man kann den Kreis auch verlassen, wenn es einem zu viel wird. Nicht geeignet ist das Ritual für Menschen mit psychiatrischen Vorerkrankungen aus dem Formenkreis der Psychosen. Hierbei ist insbesondere die Schizophrenie gemeint. Generell sollten Leute, die die Tendenz haben, sich zu sehr in anderen Welten aufzuhalten und den Alltag zu vernachlässigen, schamanische Rituale meiden.

Ein öffentliches Ritual

Kann man mich für eine Feenmesse „anmieten“?

Ja, kann man. Die Feenmesse sollte sogar an möglichst vielen unterschiedlichen Orten abgehalten werden. Wer sich vorstellen kann, dass ich in seinem Seminarhaus oder während einer Veranstaltung eine „Messe lesen“ sollte, kann sich mit mir in Verbindung setzen.

Zum Preislichen: eventuelle Reise -und Übernachtungskosten meinerseits sind vom Veranstalter zu übernehmen, ansonsten läuft das Ritual auf Spendenbasis (ein Hut oder ein „Wunschbrunnen“ wird während der Feenmesse ausgelegt). Man sollte bedenken: die Feenmesse ist ein Geschenk der Naturgeister an die Menschen und gleichzeitig auch eine wichtige Chance. Wer es nicht wertschätzen kann, dass während einiger Stunden das Gute Volk wieder auf Tuchfühlung mit den Menschen ist und ihnen Rat und Hilfe angedeihen lässt, der soll lieber nach Peru oder Sibirien oder zu einem überteuerten Esoterikseminar gehen.

Die Rückkehr der Feen

Was für einen Sinn und Zweck hat die Feenrückholung?

Momentan ist die „Datenlage“ noch sehr dünn, da es das Ritual noch nicht lange gibt, aber einiges lässt sich schon sagen:

  • Das Land wird „beelft“. An dem Ort, wo eine Feenrückholung stattfindet, werden die Naturgeister wieder präsenter. Wie das auf lange Zeit aussieht, kann ich noch nicht sagen. Ich nenne das schwarzhumorig-scherzhaft immer: „Der Platz erlebt eine Heimholung ins (Feen)Reich“. Möglicherweise geschieht auch eine Heilung des Ortes.
  • Die zur Zeit sehr gestörte Beziehung zwischen den Menschen und den Naturgeistern hat die Chance, wieder gekittet zu werden, und zwar auf beiden Seiten. Im Laufe der Geschichte lief einiges zwischen den Menschen und Feen einiges falsch. Schlagworte sind die Diskreditierung durch die überzogene Aufklärung („was wir nicht wissenschaftlich beweisen können, gibt es nicht!“) und die teilweise Verteufelung von Naturgeistern durch einige etablierte Großreligionen. Die Elfen bringen eigentlich das „Licht der Götter“ zu den Menschen, ohne sie stünden wir dumm da. Rituale wie die Feenrückholung bergen die Chance auf Aussöhnung – darum ist es durchaus wichtig, dass sie an verschiedenen Orten und mit mehreren Menschen abgehalten wird.